Beispiel: Auszubildende:r mit Berufsschule — komplett durchgespielt
Für HR-Administrator:innen · Fallstudie über zwei volle Monate, mit echten Screenshots und nachgerechneten Zahlen
Jonas beginnt am 1. April seine Ausbildung im
Garten- und Landschaftsbau. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie du ihn
anlegst — und wie zwei komplette Monate (ein regulärer, einer mit Urlaub und Krankheit)
im System aussehen, bis hin zum Stundenzettel-PDF je Monat.
Eckdaten
Wert
Vertrag
40 h/Woche, jeder Arbeitstag zählt 8 h
Berufsschule (1. Lehrjahr)
Montag + Freitag — gilt als voller Arbeitstag, kein Stempeln
Betriebstage
Di–Do, Anwesenheit 08–17 Uhr, davon 1 h Pflichtpause → 8 h Arbeitszeit
Feiertage
Niedersachsen (über den Standort)
Urlaubsanspruch
30 Tage/Jahr
Eigener Login
ja — Rolle „Mitarbeiter (Selbstbedienung)"
So bildet das System den Fall ab (in drei Sätzen)
Das Arbeitszeitmodell bleibt ehrlich bei Mo–Fr je 8 h = 40 h —
genau wie der Ausbildungsvertrag. Die Schultage werden nicht aus dem Modell
herausgeschnitten.
Berufsschule ist eine eigene Abwesenheitsart: bezahlt, reduziert das
Tagessoll auf 0, ohne Genehmigungspflicht. Ein Schultag ist damit saldo-neutral wie ein
voll gearbeiteter Tag — und im Kalender und auf dem Stundenzettel klar gekennzeichnet.
Die Stunde Pflichtpause zieht eine Pausenregel automatisch ab: Jonas stempelt
morgens ein und abends aus, fertig. 9 h Anwesenheit − 1 h Pause = 8 h Ist.
Teil A — Admin: einmalig einrichten
Alle Schritte unter Stammdaten im Portal. Die Reihenfolge passt so,
weil jeder Schritt auf dem vorigen aufbaut.
Pausenregel „Azubi – 1 h Pause"
Stammdaten → Pausenregeln → Neu — die Regel sorgt dafür, dass bei
8–17 Uhr ohne Pausen-Stempel automatisch genau 60 Minuten abgezogen werden.
Feld
Wert
1. Pause nach (Minuten)
360 (ab 6 h Arbeit)
1. Pause Mindestdauer (Minuten)
60
2. Pause nach (Minuten)
540
Pausen-Mindesttotal nach 2. (Minuten)
60
Nicht erfasste Pausen automatisch abziehen
an
Pausenregel: ab 6 h Anwesenheit wird 1 h automatisch abgezogen.
Stempelt Jonas seine Mittagspause doch selbst (z. B. 45 min), zieht das
System nur noch die Differenz zur Pflichtpause ab — nie doppelt.
Abwesenheitsart „Berufsschule"
Stammdaten → Abwesenheitsarten → Neu — das ist der Kern des
Azubi-Falls:
Feld
Wert
Warum
Bezahlt
an
Schultage sind bezahlte Ausbildungszeit
Reduziert Tagessoll
an
der Tag zählt wie voll gearbeitet (saldo-neutral)
Genehmigung nötig
aus
Schultage stehen fest — Eintrag wird sofort wirksam
Nachweis nötig
aus
—
Default-Quota (Tage/Jahr)
0
kein Jahresanspruch — Berufsschule ist kein „Kontingent"
„Berufsschule": bezahlt, reduziert Tagessoll, ohne Genehmigung. Icon und Nutzer-Hinweis
helfen den Azubis beim Eintragen.
Standort mit Feiertagsregion
Stammdaten → Standorte → Neu — Name und Adresse eintragen und die
Feiertagsregion „Niedersachsen" auswählen.
Der Standort verbindet Mitarbeitende mit ihrer Feiertagsregion.
Wichtig: Feiertage wirken über die Feiertagsregion. Sie kommt
vom Standort des Mitarbeiters; ohne Standort greift die Default-Feiertagsregion
aus Stammdaten → Einstellungen. Greift keine von beiden, wird kein
Feiertag abgezogen — Karfreitag würde dann als Minus-Tag auf dem Konto landen. Das
Mitarbeiter-Formular zeigt jeweils an, welche Region wirksam ist.
Arbeitszeitmodell „Ausbildung 40 h"
Stammdaten → Arbeitszeitmodelle → Neu — mit dem Button
„Mo–Fr 8h vorfüllen" ist die Verteilung in einem Klick fertig.
Feiertags-Behandlung auf Reduziert Soll, Pausenregel Azubi – 1 h Pause wählen.
Mo–Fr je 8 h → Wochen-Soll 40 h (rechnet das System selbst). Kernzeit 08–17 Uhr ist optional.
Auch Montag und Freitag stehen mit 8 h im Modell — das ist
Absicht. Das Soll dieser Tage wird später durch den Berufsschule-Eintrag auf 0 reduziert.
So bleibt das Modell korrekt, wenn sich die Schultage im 2. Lehrjahr ändern.
Mitarbeiter samt Login anlegen
Stammdaten → Mitarbeiter → Neu — Stammdaten ausfüllen
(Eintrittsdatum 01.04., Team, Standort nicht vergessen!).
Im Abschnitt Frappe-Zugang „Neuen Benutzer anlegen" wählen, Login-E-Mail
eintragen und die Rolle „Mitarbeiter (Selbstbedienung)" aktiviert lassen —
beim Speichern entsteht das Benutzerkonto gleich mit. (Details: „Benutzer anlegen".)
Nach dem Anlegen: Kopfzeile mit Saldo und Modell, verknüpfter Benutzer, Standort —
und die Team-Leitung ist automatisch effektive Genehmigerin.
Modell zuweisen — ab dem ersten Tag
Direkt im Mitarbeiter-Formular über „Modell zuweisen" (oder
Stammdaten → Modellzuweisungen). „Gültig ab" ist mit dem
Eintrittsdatum vorbelegt.
Zuweisung „Ausbildung 40 h" ab 01.04. — vor dem Eintritt entsteht kein Soll.
Urlaubskontingent anlegen
Stammdaten → Kontingente → Neu — Jonas, Art „Urlaub",
Jahr, 30 Tage.
30 Tage Jahresurlaub — der Verbrauch bucht sich bei Genehmigung automatisch.
Teil B — Zwei Monate im Betrieb
Der Alltag: stempeln + Schultage eintragen
Di–Do stempelt Jonas um 08:00 ein und um 17:00 aus — die Pflichtpause zieht
das System ab, auf dem Konto stehen glatte 8 h.
Mo + Fr trägt Jonas (oder das Büro) als Berufsschule ein:
Abwesenheit → + Neuer Antrag, Art „Berufsschule", Datum — fertig.
Weil die Art ohne Genehmigung arbeitet, ist der Eintrag sofort wirksam.
Jonas' Sicht: Berufsschule eintragen — „✓ Wird sofort genehmigt", kein Kontingent-Abzug.
Jeden Schultag einzeln eintragen ist auf Dauer mühsam. Für feste Wochentage
über ein ganzes Lehrjahr gibt es den Berufsschul-Plan:
einmal Mo + Fr und Zeitraum wählen — Ferien und Feiertage werden automatisch ausgespart.
Monat 1 (regulär) — die Probe aufs Exempel
Der April enthält mit Karfreitag (Fr) und Ostermontag (Mo) gleich zwei Feiertage, die auf
Berufsschultage fallen. So rechnet sich der Monat:
April
Tage
Stunden
Gearbeitet (Di–Do, 08–17 Uhr)
14
14 × 8 = 112 h Ist
Berufsschule (Mo/Fr, ohne Feiertage)
6
Soll je Tag → 0 (saldo-neutral)
Feiertage (Karfreitag, Ostermontag)
2
Soll je Tag → 0
Saldo-Veränderung
0 h 00 — Ist deckt das Soll exakt
Jonas' Kalender im April: Mo/Fr Berufsschule, Di–Do je 8 h, Feiertage am 03.04. und 06.04.Stundenzettel April (PDF): jede Zeile nachvollziehbar, Summe 112 h / 112 h, Saldo Δ 0 h 00,
Abwesenheits-Zusammenfassung „Berufsschule: 6 Tage".
Monat 2 — Urlaub und Krankheit
Im Mai nimmt Jonas eine Woche Urlaub (11.–15.05.) und ist drei Tage krank (26.–28.05.).
Dazu kommen drei Feiertage (01.05., Himmelfahrt 14.05., Pfingstmontag 25.05.).
Urlaub beantragen: Jonas wählt 11.–15.05. — die Vorschau zeigt sofort:
nur 4 Arbeitstage werden vom Kontingent abgezogen, denn
Christi Himmelfahrt zählt nicht. Den Antrag genehmigt die Team-Leitung
(Team → Team-Anträge).
Krankmeldung: drei Tage Krankheit; das Attest lädt Jonas direkt am Antrag
hoch („Nachweis hochladen") — die Art „Krankheit" verlangt es ab dem 3. Tag.
Der Mai auf einen Blick: Urlaubswoche, Kranktage, Feiertage, Schultage — alles unterscheidbar.Jonas' Abwesenheits-Seite: Kontingent „26 / 30 Tage, Genommen 4" und alle Einträge mit Status.Stundenzettel Mai: der 14.05. trägt beide Markierungen („Feiertag" + „Urlaub"),
Summe 48 h / 48 h, Saldo Δ 0 h 00.
Die Abrechnung je Monat
Jonas selbst:Konto → Stundenzettel als PDF —
Monat wählen, herunterladen.
Büro/HR: dieselbe Funktion steht für jede:n Mitarbeitende:n zur Verfügung;
das PDF enthält Soll/Ist/Pause/Saldo pro Tag, Abwesenheiten, ArbZG-Hinweise und die
Unterschriftszeilen für Mitarbeiter und Vorgesetzte.
Das Stundenkonto bestätigt es: jede Tagesbuchung 0 h 00, laufender Saldo konstant 0 h 00.
Übernahme in Anstellung — Modellwechsel zum Stichtag
Endet die Ausbildung und Jonas wird übernommen (z. B. ab dem 16. eines Monats Vollzeit),
wird das nicht durch Verschieben der bestehenden Zuweisung gemacht, sondern durch
eine zweite Zuweisung:
Stammdaten → Modellzuweisungen → Neu: Modell „Vollzeit", „Gültig ab"
= 16. Die bestehende Azubi-Zuweisung wird automatisch am 15.
beendet — die erste Monatshälfte bleibt korrekt nach Azubi-Modell gerechnet.
Fertig. Der Monats-Stundenzettel zeigt im Kopf beide Modelle mit Zeitraum
(„Ausbildung 40 h (01.–15.)" und „Vollzeit (ab 16.)") und rechnet jede Hälfte sauber.
Nicht das „Gültig ab" der Azubi-Zuweisung nach vorne schieben (und
auch nicht die alte Zuweisung löschen): dann stünde die erste Monatshälfte ohne Modell da — die
bereits gestempelten Tage zählten mit Soll 0 und meldeten fälschlich „Pause fehlt". Das System
weist ein solches Verschieben/Löschen inzwischen mit einer Hinweismeldung ab. Wer prüfen will, ob
irgendwo ein Modell fehlt, schaut unter Team → Modell-Lücken.
Funktioniert es?
Komplett auf dem Testsystem durchgespielt (zwei volle Monate, Tagesabschlüsse, PDFs) und
nachgerechnet:
Geprüft
Ergebnis
Auto-Pausenabzug
08–17 Uhr ohne Pausen-Stempel → 8 h Ist, 60 min Pause ✓
Berufsschultag
Soll → 0, saldo-neutral, kein Kontingent-Verbrauch ✓
Feiertag auf Schultag (Ostermontag)
zählt als Feiertag, kein Minus ✓
Feiertag im Urlaub (Himmelfahrt)
nur 4 von 5 Tagen vom Kontingent abgezogen ✓
April gesamt
Soll 112 h = Ist 112 h, Saldo Δ 0 h 00 ✓
Mai gesamt
Soll 48 h = Ist 48 h, Saldo Δ 0 h 00, Resturlaub 26/30 ✓
ArbZG-Hinweise
keine Verstöße in beiden Monaten ✓
PDF-Eigenzugriff
Jonas lädt seinen Stundenzettel selbst herunter ✓
Gut zu wissen
Warum zeigt der April nur 112 h Soll statt „40 h-Woche"?
Auf Stundenzettel und Konto steht das wirksame Soll nach Abzug von Berufsschule und
Feiertagen — die vertraglichen 40 h stehen im Arbeitszeitmodell. Beides zusammen ergibt das
vollständige Bild.
Schultage ändern sich (2. Lehrjahr, Blockunterricht): einfach andere
Tage als Berufsschule eintragen — Modell und Zuweisung bleiben unverändert.
Berufsschule braucht kein Kontingent. Arten ohne Jahresanspruch
(Default-Quota 0) führen keinen Kontingent-Zähler — maßgeblich sind die Einträge selbst
(Kalender, Stundenzettel).
Minderjährige Azubis: für sie gilt das strengere Jugendarbeitsschutzgesetz
(z. B. andere Höchstarbeitszeiten und Urlaubsansprüche). Die ArbZG-Schwellen lassen sich pro
Arbeitszeitmodell anpassen — im Zweifel ein eigenes Modell „Ausbildung U18" anlegen.
Wochenstunden ≠ 40? Das Schema funktioniert für jede Azubi-Konstellation —
nur die Tagesstunden im Modell und die Pausenregel anpassen.