Arbeitszeitmodelle anlegen — zwei Beispiele zum Mitmachen
Für HR-Administrator:innen · mit echten Screenshots aus dem Portal
Anhand von zwei typischen Fällen siehst du, was du als Administrator:in einrichtest
und was die Mitarbeitenden danach selbst tun.
Beispiel
Worum geht's
Patrick Vollzeit, feste Zeiten
40 h/Woche, Mo–Fr 08–17 Uhr, 1 h Pause. Die Anwesenheit wird automatisch
geplant (über ein Schichtmuster). Urlaub/Krankheit ziehen das Soll von allein ab.
Beate Teilzeit, flexibel
35 h/Woche (Mo–Fr je 7 h), 45 min Pflichtpause. Beate plant ihre
Anwesenheit für die nächste Woche selbst im Portal.
Beide Beispiele wurden im Portal komplett durchgespielt und funktionieren
(siehe „Funktioniert es?" am Ende). Voraussetzung: Patrick und Beate sind als Benutzer angelegt —
siehe Anleitung „Benutzer anlegen".
So denkt das System (in einem Satz)
Das Soll (wie viel jemand arbeiten soll) kommt aus dem Arbeitszeitmodell
und wird pro Tag automatisch berechnet — inklusive Abzug bei Urlaub, Krankheit und Feiertag.
Die Schicht ist die Anwesenheits-Planung (das Zeitfenster, z. B. 08–17 Uhr).
Sie kommt entweder automatisch aus einem Muster (Patrick) oder wird vom
Mitarbeitenden selbst geplant (Beate).
Das Ist entsteht durchs Stempeln. Plus/Minus auf dem Stundenkonto = Ist − Soll.
Teil A — Admin: einmalig einrichten
Alle Schritte unter Stammdaten im Portal.
Pausenregeln festlegen
Stammdaten → Pausenregeln — pro Modell eine Regel, „Nicht erfasste
Pausen automatisch abziehen" anhaken.
Regel
Pflichtpause
Auto-Abzug
Patrick – 60 Min Pause
60 min ab 6 h
ja
Beate – 45 Min Pflichtpause
45 min ab 6 h
ja
Damit Pausen automatisch abgezogen werden, muss „Nicht erfasste Pausen automatisch
abziehen" angehakt sein. Die Regel „Ohne automatische Pause" zieht
nichts ab. Hinweis: Eine gesetzliche Pause fällt erst ab 6 h
Arbeit an — bei kürzeren Tagen (z. B. 4 h) wird korrekt keine abgezogen.
Schichttypen anlegen
Stammdaten → Schichttypen — Zeiten und Pause eintragen, die
Soll-Stunden berechnet das System selbst.
Schichttyp
Zeit
Pause
ergibt
Patrick 08–17
08:00–17:00
60 min
8 h
Beate Tagdienst
09:00–16:45
45 min
7 h
Schichttyp „Patrick 08–17" — Soll-Stunden automatisch auf 8 h.
Arbeitszeitmodelle anlegen
Stammdaten → Arbeitszeitmodelle — der Button
„Mo–Fr 8h vorfüllen" spart Tipparbeit; das Wochen-Soll wird automatisch summiert.
„Feiertags-Behandlung" auf Reduziert Soll stellen.
Modell
Verteilung
Wochen-Soll
Pausenregel
Patrick
Mo–Fr je 8 h
40 h
Patrick – 60 Min Pause
Beate
Mo–Fr je 7 h
35 h
Beate – 45 Min Pflichtpause
Modell „Patrick": 40 h, Mo–Fr je 8 h.
Bei „Beate" nach dem Vorfüllen jede Tageszeile von 8 auf 7 ändern → Wochen-Soll 35 h.
Nur für Patrick: Schichtmuster anlegen
Stammdaten → Schichtmuster — das Muster ist die „Regel", nach der
Patricks Anwesenheit automatisch geplant wird.
Name: Patrick Mo–Fr 08–17, Wochen-Zyklus: 1
Slots Montag–Freitag → Schichttyp Patrick 08–17 (Sa/So bleiben frei)
Anwenden: unter Team → Dienstplan über „Schichtmuster anwenden"
auf den gewünschten Zeitraum (mit Vorschau). Schon vorhandene
oder bestätigte Tage bleiben dabei unangetastet. Beate bekommt kein Muster — sie plant selbst (Teil B).
Stammdaten → Modellzuweisungen — Mitarbeiter:in ↔ Modell ab einem
Datum verbinden (z. B. ab Eintritt).
Mitarbeiter:in
Modell
gültig ab
Patrick Vollmann
Patrick
01.06.2026
Beate Brandt
Beate
01.06.2026
Modell zum Stichtag wechseln: Immer eine zweite
Zuweisung ab dem neuen Datum anlegen (z. B. „Ausbildung 40 h" bis 15.06.,
„Vollzeit" ab 16.06.) — nicht das „Gültig ab" der bestehenden Zuweisung nach
vorne verschieben. Die alte Zuweisung wird beim Anlegen der neuen automatisch am Vortag beendet,
sodass die Vergangenheit korrekt mit dem alten Modell gerechnet bleibt. Würde durch ein
Verschieben (oder Löschen) ein bereits bestempelter Zeitraum ohne Modell zurückbleiben, lehnt
das System die Änderung mit einer Meldung ab — solche Tage zählten sonst mit Soll 0 und
meldeten fälschlich „Pause fehlt".
Nur für die Selbstplanung (Beate): Self-Service einschalten
Stammdaten → Einstellungen → Tab „Schichten" →
„Mitarbeiter-Self-Service erlaubt" anhaken und speichern. Das ist die
Voraussetzung dafür, dass Beate ihre Schichten selbst plant. (Gilt mandantenweit; Patrick nutzt es nicht.)
Teil B — Im Alltag
Patrick: läuft automatisch
Nach dem Anwenden des Musters stehen Patricks Schichten Mo–Fr (je 8 h), Wochenende frei —
ohne tägliches Zutun.
Wird ein Urlaubs- oder Krankheitstag genehmigt, fällt das Soll an dem Tag
automatisch auf 0. In der Soll-Ist-Übersicht (Team → Soll/Ist) steht dann das Kürzel (z. B. „Ur") statt der Stunden —
eine manuelle Korrektur der Schicht ist nicht nötig.
Patrick stempelt wie gewohnt; das Stundenkonto verrechnet automatisch.
Soll-Ist-Übersicht: Patrick Mo/Di/Do/Fr je 8 h, Mittwoch „Ur" (Urlaub), Wochenende frei.
Beate: plant selbst
Beate meldet sich mit ihrem eigenen Login an (sie sieht nur „Mein Bereich") und geht auf
Schichten → „+ Schicht anlegen":
Datum wählen, Schicht ist mit „Beate Tagdienst" vorbelegt.
Optional eigene Start-/Endzeit eintragen (z. B. 08:00–15:45) — so legt sie
ihr persönliches Zeitfenster fest.
Mit Anlegen entsteht die Schicht im Status „Geplant"; der/die
Vorgesetzte kann sie bestätigen. Sie lässt sich jederzeit absagen oder löschen.
Das wiederholt sie für jeden gewünschten Tag der Folgewoche.
Beate (eigener Login) hat ihre Schicht selbst geplant: Mo, 08:00–15:45, Soll 7 h, „Geplant".
Beates Wochensoll bleibt fix bei 35 h. Plant sie an einem Tag mehr und an einem
anderen weniger, schwankt der Tagessaldo — über die Woche gleicht er sich aus. Wer diese
Tagesschwankungen ganz vermeiden will, nutzt den Soll-Modus „Wochen-Soll" (siehe unten).
Funktioniert es?
Im Portal durchgespielt und bestätigt:
Geprüft
Ergebnis
Patrick: Tagessoll
Mo–Fr je 8 h, Wochenende 0 → 40 h/Woche ✓
Beate: Tagessoll
Mo–Fr je 7 h, Wochenende 0 → 35 h/Woche ✓
Patrick: genehmigter Urlaubstag
Tagessoll fällt automatisch auf 0 ✓
Patrick: Muster angewandt
Mo–Fr automatisch verplant ✓
Beate: Selbstplanung
Schicht selbst angelegt, „Geplant" ✓
Variante: „Wochen-Soll" für rotierende Tage
Patrick und Beate haben feste Wochentage. Viele Betriebe (z. B. Gastronomie/Hotel)
haben aber Kräfte mit rotierenden Tagen: 40 h/Woche, aber welche Tage frei sind,
wechselt von Woche zu Woche. Dafür gibt es im Arbeitszeitmodell den
Soll-Modus „Wochen-Soll".
Modell auf „Wochen-Soll" stellen
Stammdaten → Arbeitszeitmodelle → Neu — bei Soll-Modus
„Wochen-Soll (flexible Tage)" wählen. Dann nur Wochenstunden (z. B. 40) und
Arbeitstage/Woche (z. B. 5) eintragen; das Tagesäquivalent
(40 ÷ 5 = 8 h) rechnet das System selbst. Eine Wochentag-Verteilung ist
nicht nötig.
Wochen-Soll-Modell: 40 h auf 5 Arbeitstage → 8 h/Tag, ohne festes Wochentag-Raster.
Wie es sich verhält
Saldo: Es zählt die Wochensumme — egal an welchen Tagen real
gearbeitet wird. Wer in der Woche seine 40 h schafft, steht auf ±0.
Feiertage & Abwesenheit: reduzieren das Wochen-Soll um ein
Tagesäquivalent (8 h; ein halber Tag um einen halben). Maßgeblich sind die
Arbeitstage: bei einem 5-Tage-Modell zählen Mo–Fr — ein Feiertag, der auf einen
arbeitsfreien Samstag/Sonntag fällt, mindert das Wochen-Soll nicht.
Beginnt das Modell mitten in der Woche (z. B. Übernahme ab Dienstag),
zählt das Wochen-Soll anteilig nur die abgedeckten Arbeitstage (Di–Fr → 4/5).
Konto & Stundenzettel: pro Tag steht nur das Ist (keine
künstlichen Plus/Minus-Schwankungen). Das Soll erscheint als Wochenzeile
(„KW …: Soll 40 / Ist / Δ") — auch im Monats-PDF.
Faustregel: feste Tage → „Soll je Wochentag" (wie Patrick/Beate),
rotierende/wechselnde Tage → „Wochen-Soll".
Gut zu wissen
Feiertage automatisch abziehen: dafür muss dem/der Mitarbeitenden eine
Feiertagsregion zugeordnet sein (über den Standort oder die Default-Region in den Einstellungen)
mit gepflegter Feiertagsliste.
Pflichtpause: wird über die Pausenregel und/oder die Pausenminuten des
Schichttyps sichergestellt; eine vergessene Pause wird automatisch abgezogen.
Modellwechsel (z. B. Teilzeit → Vollzeit) ist jederzeit über eine neue
Modellzuweisung ab Datum möglich.